Reichtum, Armut, eine Sklavengaleere, Du & Ich




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Reichtum, Armut, eine Sklavengaleere und Du.


Heute verbreitet sich eine Meldung wie ein Lauffeuer:
62 Personen besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.
(http://orf.at/stories/2319347/)

Und die Reaktionen? "Kann man ja nicht vergleichen" - „Das ist doch verkürzte Kritik“ -  "Dritte Welt hier Entwicklungsländer da" .... dazu eine kleine Anmerkung:

In der eingeblendeten Grafik seht ihr die Verteilung des Reichtums in einem der "reichsten Länder" - den Vereinigten Staaten von Amerika. Man merkt plötzlich, dass die ungerechte Verteilung auf diesem Planeten keinen Halt macht macht vor kontinentalen Platten, Landesgrenzen oder Sprachbarrieren.
Diese Tendenz ist weltweit zu beobachten und führt zwangsläufig zu steigendem Unmut.. Verständlich? Naja, kommt darauf an, ob man Nutznießer der 62 Personen (+ Korporativem Komplex) ist.
(Stand 2012 https://www.youtube.com/watch?v=QPKKQnijnsM)

Werfen wir einen blickt nach Österreich - hier ist die Verteilung des Vermögens bestimmt fairer - oder?
Auf die obersten 5% entfallen 45% des Gesamtvermögens.
Die untere Hälfte besitzt 4% des Gesamtvermögens.
Tendenz steigend.. bei den obersten 5% natürlich.
(Stand 2012 (!) http://orf.at/stories/2151910/2151891/)

Bei den deutschen Nachbarn? Ähnlich:
Das reichste 1% der Haushalte in Deutschland besitzen 33% des Gesamtvermögens. Noch deutlicher wird es an der Spitze der Spitze: das oberste Tausendstel (ca. 40.000 Haushalte) hält mehr als 17 Prozent des Reichtums (!!).
Die Gegenrechnung: Die ärmeren 50% besitzt gerade einmal 2,5% der Vermögen.
(Stand 2015 http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/vermoegen-sind-in-deutschland-sehr-ungleich-verteilt-a-1051286.html)

Ja, einem Arbeits- und/oder Obdachlosen hier geht es hier "besser" als (zb.) in Tansania oder Indien.
Aber sollten wir deshalb darauf achten, dass das gefälligst auch so bleibt - oder sollten nicht viel eher wir anfangen, das System als ganzes in Frage zu stellen, anstatt unseren "ach so hohen Reichtum" vor "den Anderen" zu verteidigen.

Die große Kunst der Manipulation besteht darin, dass wir das alles einfach hinnehmen. Wir akzeptieren diese Umstände (oder besser Zustände) einfach und wischen es mit einem "Na und? Was soll ich denn machen?" vom Tisch - lassen es uns aber nicht nehmen, beim nächsten Zeitungsbericht wieder laut aufzuschreien, in dem von "dem Ausländer" berichtet wird.

Wie kann man sich darüber echauffieren, dass wieder jemand ein Krümel bekommt in diesem Land - aber gleichzeitig das unermessliche Ausbluten der Gesamtbevölkerung (des Planeten wohlgemerkt) durch die Spitze der Spitze einfach hinnehmen. Wir beschweren uns nicht darüber, dass der gesamte Kuchen bereits weg ist, sondern darüber, dass noch jemand einen halben Krümel bekommen soll.

Hauptsache beim nächsten Bild/Spiegel Bericht wieder jaulen:
"Die" dürfen nicht noch mehr bekommen.
"Die" machen unseren Staat kaputt.
Warum sollen "Wir" für "Die" noch weiter zahlen.

Scheinheiliges Getue - und ganz ehrlich - ich halte diese massenhafte Verdummung nicht mehr aus.

Während man uns Milliarde um Milliarde aus der Tasche zieht mit einem lächeln, regt man sich lieber darüber auf, dass man nun auch noch die Centstücke herausnimmt.
Lasst euch doch nicht verarschen!
Die Massenmedien richten den Fokus der Massen auf die Themen, die den Eliten (deren Ausspielkanäle sie sind) in den Kram passen.

Nein? Stimmt nicht?
Dann wartet mal ab wie lange sich die Meldung von der ungleichen Vermögensaufteilung in den Medien hält.
Wartet ab, wieviele Sondersendungen die Nachrichtenkanäle bringen werden.
Wartet ab, wie oft die Zeitungen dieses Thema auf die Titelseiten heben werden.
Wartet ab, wieviele Politiker sich breitbrüstig vor die Mikrofone der Fernsehstationen stellen und sagen "Da müssen wir was machen!"

Wartet nicht zu lange.. es wird nicht passieren.

Bleibt nur noch die Frage offen, warum wir dann bei dem ganzen Theater noch mitmachen? Warum richtet der Bürger seinen Fokus auf den, der noch eine weitere Stufe unter ihm steht?

Das ist wie auf einer Sklavengaleere im Mittelalter.

Die Menschen sitzen in Ketten unter Deck und rudern um ihr Leben, für eine warme Mahlzeit - wenn überhaupt. Der muskulös erscheinende Trommler in Front, der den Takt vorgibt, hält die Enden der Ketten fest im Griff.
Oben, über Deck - also außerhalb des Sichtfeldes der Rudernden - diniert der Kapitän mit seinem engsten Kreis. Sie stoßen an mit edelsten Tropfen aus goldenen Bechern, mit Rubinen besetzt, welche beim letzten Beutezug erobert wurden.

Das Sklavenheer, dass die Schätze erbeutete, hat davon freilich wenig - sie folgen dem Trommler, der im Auftrag des Kapitäns den Takt vorgibt. Sie sind der einzige Grund, warum das gesamte Schiff sich überhaupt bewegt - jedoch kommen sie nicht auf die Idee zu meutern - und das obwohl sie zahlenmäßig weit überlegen sind.

Warum ist das so?

Die sprichwörtliche "High-Society" - also, die über Deck - kennen diesen Umstand natürlich und sorgen dafür, dass der angesprochene Fokus nicht auf ihnen landet. Wenn die Sklaven dabei sind ihre Umstände zu realisieren, sorgt der Taktgeber - unsere embeddeten Massenmedien - dafür, dass die Unzufriedenheit kanalisiert wird - auf die anderen Mit-Gefangenen. Man befeuert Konflikte unter den Rudernden und redet ihnen ein, die jeweiligen Sitznachbarn wollen ihnen den Fensterplatz in ihrem Gefängnis streitig machen.

Das funktioniert. Klassisches "Teile & Herrsche".

Heutzutage braucht man noch nicht einmal Ketten, da man denjenigen am Fenster erfolgreich eingeimpft hat, sie säßen auf der Sonnenseite des Lebens – man müsste doch nur die anderen betrachten. Sie sorgen ganz von selbst dafür, dass "Die" Anderen nicht an die Sonne und verhindern so ein kollektives Aufstreben.

Aber kommen wir zurück in die Gegenwart.

Das Schiff auf dem wir alle uns befinden wird, auf kurz oder lang, sinken - wenn wir nicht endlich anfangen als Spezies zu denken und zu handeln. Wie es bei der Titanic war, so ist es auch heute - es gibt bei weitem nicht genügend Rettungsboote für alle Passagiere. Die Rettungswesten sind so sündhaft teuer, dass der normale Reisende sie sich nicht leisten kann, aber der - also wir - vertraut dem Kapitän. Eisberg in Sicht. Volle Kraft voraus.

Es wird Zeit das Ruder wieder selbst in die Hand zu nehmen und aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit herauszutreten, Eigenverantwortung zu übernehmen und die Steuerung des Schiffes nicht mehr denjenigen zu überlassen, die uns auf den Eisberg zugesteuert haben.
Leicht wird das nicht, denn Gemeinschaftlich zu steuern bedeutet Arbeit, Verantwortung und Einsatz - eines jeden.

Lassen wir uns also in Zukunft nicht mehr für dumm verkaufen und beginnen auch das zu hinterfragen, was uns präsentiert wird. Nicht nur die Meldungen, die in den täglichen Abendnachrichten laufen sind interessant - sondern vorallem die, die dort nicht laufen. Denn das hat einen Grund.

Die nächste Bankenrettung - pardon, im Neusprech nun: Hilfspaket - sollten wir nicht einfach seufzend hinnehmen. Dass Großkonzerne wie der angebissene Apfel, das Cafehaus der beinespreizenden Meerjungfrau oder der Lieferdienst der Regenwaldkämpferin nur einen minimalen Burchteil an Steuern zahlen, sollte uns nicht egal sein.
(http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2015-09/iphone-apple-steuern-europa)

Alleine der Teil, der zumindest nach den europäischen Gesetzen in den Staatskassen landen müsste, ist so hoch, dass man damit erfolgreich den Welthunger bekämpfen könnte. Hier möchte ich die zwei meistgenannten Sätze eines schweizer Autoren, Jean Ziegler, zitieren: "Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind, an schwerster, permanenter Unterernährung" und "Jedes Kind, dass heutzutage an Hunger stirbt, wird ermordet."
Da stelltsich doch die Frage, ob das Vorsatz ist.
(https://www.youtube.com/watch?v=_Am0OHuVMBM)

Nein, das soll nicht heissen, dass man diese Großkonzerne nun übermäßig stark besteuern sollte - aber zumindest gleich fair, bzw. unfair, wie... dich.
Denn während sich der Reichtum auf der höchsten Ebene in astronomische Höhen stapelt, wie der Turmbau zu Babel, wird der einfache Bürger weiter beraubt. Nicht unbemerkt, aber widerstandslos.
Die durchschnittlichen Abgaben für einen einfachen Angestellten betragen hierzulande fast 70%, während der Apfel vor Kurzem sogar eine Steuer-Rückzahlung bekam. Das ist kein Scherz.

Aber das alles wird entweder sofort wieder vergessen oder so erfolgreich verdrängt, dass man sich morgens wieder in die Schlange stellt, um einen überteuerten Becher Cafe zu erstehen - aber wehe, vor der Tür sitzt ein Bettler, der nach ein paar Cent fragt. Der soll gefälligst arbeiten gehen - mich betrifft das nicht.
Wo wir nun wieder bei der Doppelmoral angekommen wären, die unsere gesellschaftliche Ohnmacht nicht nur legitimiert, sondern gar erst möglich macht.

Doch kommen wir zurück aus der globalen Metaebene hinein ins Kleine.. nach Österreich.

Hier durfte der Staat - mit dem Geld der Bürger versteht sich - erst kürzlich wieder einer armen Bank unter die Arme greifen. Wir sind quasi Entwicklungshelfer und beteiligen uns daran, dass sie nicht Pleite gehen.
Wir - bzw. stellvertretend unsere Politiker, die wir entweder gewählt haben oder gewähren lassen - sind sehr hilfsbereit, wenn es darum geht, die enormen Verluste zu sozialisieren. Während die Gewinne der Banken stehts privatisiert werden.

Studenten der Technischen Universität in Wien haben versucht die Summe, die für die Rettung der "Hypo-Alpe-Adria" benötigt wird - 19 Milliarden Euro - zu visualisieren, also greifbar zu machen. Sie entwarfen eine Stadt namens "Hypotopia", die man von Grund auf erbauen könnte - mit Schulen, Krankenhäusern, nachhaltiger Energie - und man konnte ein Modell davon mitten in Wien begehen. Wer das tat, dem wurden diese gigantischen Summen ein unbegreiflicher Begriff. Hypotopia wäre die 6.größte Stadt des Landes geworden.
(http://milliardenstadt.at/)

Aber stattdessen wandert das Geld in die Hilfspakete, die was sind? Wartet ich habs gleich... alternativlos.

Bedenkt man diese Fakten bei der nächsten Debatte über das Arbeitslosengeld, die Förderung von Schulen oder die Aufnahme von Flüchtenden, bekommt das einen ganz faden Beigeschmack.

Aber keine Sorge, die meisten Menschen werden sich nicht daran erinnern, weil der Trommler, die Massenmedien, den Fokus auf der nächsten Titelseite wieder abwendet. Der Bürger reagiert sehr emotional auf die neuen schrecklichen Taten von Einzeltätern - und wenn diese dann auch noch Ausländer sind, dann hat man schnell einen neuen Sündenbock für die Debatte am Stammtisch.

Es gilt zu begreifen, dass wir alle zu den 99% gehören, der untersten Stufe der Machtpyramide, und wir alle dieses System tragen. Es funktioniert nur, weil wir es tragen.
Aber wir debattieren nicht darüber, warum wir es tragen oder wie man es reformieren könnte, sondern darüber, wie man die, die Zentimeter unter einem sind, davon abhalten kann hoch zu kommen. Der Fensterplatz in der Galeere ist aber auch verdammt gemütlich.

Ich werde oft gefragt "Was soll ich tun?" und ich kann dir keine Anweisung geben, denn wer bin ich, dir vorzuschreiben was du zu machen hast.
Aber ich kann dir eine Antwort geben: Tu was du für richtig hältst und nicht das, was für dich am bequemsten ist.

Keiner verlangt von einem Einzelnen, dass er die Welt verändert - aber jeder Einzelne, kann einen kleinen Beitrag dazu leisten. Wenn du dich auf die Suche begibst, wird dir etwas einfallen, da bin ich mir sicher. Ich zum Beispiel mache Musik und versuche in meinen Texten nicht nur zum Mitnicken, sondern auch zum Nachdenken anzuregen. Ich glaube nicht, dass sich nach meinem nächsten Album die ganze Welt deswegen verändert - aber ich glaube, dass ich einen kleinen Teil dazu beitragen kann.

Mach dir bewusst, dass dein Handeln durchaus mit dieser Welt zu tun hat - auch wenn das für manche überraschend klingt. Die Waffe, die wir alle täglich in der Hand haben, ob wir wollen oder nicht, ist der Kassenzettel.
Wir entscheiden dadurch, wen wir unterstützen - und wen nicht. Wir bestimmen wem wir die Legitimation für sein handeln verleihen - oder entziehen. Wir können uns sich nicht darüber aufregen, dass Massentierhaltung falsch und schlecht sei, während wir genüßlich unser 1,99€ Chlorhuhn verspeisen. Das hat miteinander zu tun.

Und meine letzten Worte gehen an die Pessimisten, denen erfolgreich eingetrichtert wurde, dass sie nichts ändern könnten.

Wir... sind nicht machtlos.

Um die Worte des Schweizer Historikers und Friedensforschers Daniele Ganser zu benutzen - die öffentliche Meinung ist die zweite große Supermacht. (https://www.youtube.com/watch?v=zNOiNSw5jMY)

Und ich verrate euch noch etwas: Wir... verändern diese Welt schon.

Es kommt nicht von ungefähr, dass zum Beispiel McDonalds immer weitere Filialen schließen muss - dass plötzlich nicht mehr Geiz-ist-geil über allem steht, sondern mehr wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird - dass der Spiegel und Konsorten immer weiter fallende Abozahlen verzeichnen - dass die Glaubwürdigkeit in die Medien in der gesamten Bevölkerung rapide geschwunden ist und die Quoten sinken - dass alternative Angebote immer beliebter werden - dass seit zwei Jahren in zig Städten wöchentlich Menschen für den Frieden auf der Straße stehen - dass die Leute plötzlich über Ramstein und Drohnen sprechen.
Das... ist auch uns zu verdanken.

Gründe für Freudenschreie und Luftsprünge sind das zwar noch nicht, aber das Schiff, beginnt sich langsam zu wenden.
Es ist ein entscheidender Punkt an dem wir stehen - nehmen wir aktiv an der Veränderung teil und beginnen selbst zu steuern - oder vertrauen wir weiter dem Kapitän.

Beginne an dich selbst zu glauben, anstatt daran, dass irgendwer das für dich regelt - denn du machst den Unterschied. Ich für meinen Teil hab mich entschieden und ich werde weiter alles dafür tun ein aktiver, gestaltender Part zu sein. Ob es funktioniert kann ich nicht vorhersehen, aber ich weiß, dass wir es uns nicht leisten können, es nicht zumindest zu probieren.

Mein Name ist Kilez More und meine Zielgruppe bleibt der Mensch.

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abo: https://www.youtube.com/channel/UCzLr-fAHnzKaKsFmWW5fH4g




Die Idee und die Umsetzung entstanden in ein paar Stunden spontan, weil ich einen längeren Text geschrieben habe - und viele doch lesefaul sind. Die Analogien zu KenFM sind (natürlich) Absicht - die ganze Aufmachung ist ja extra daran angelehnt und mit Humor zu sehen.

Zitat des Tages

“Meine Worte sind Kugeln die geboren wurden aus Hoffnung der verlorenen Jugend um nach Antworten und einem besseren Morgen zu suchen”
- [Intro / Rapvolution]